EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Bechstedt-Trippstein von der Gleisseite aus gesehen
Bau und Streckeneröffnung Die 24,95 Kilometer lange „Schwarzatalbahn“ zwischen Rottenbach und Katzhütte wurde in drei Teilstrecken von den Preußische Staatseisenbahnen fertiggestellt. Sie sollte das Schwarzatal mit seiner Holz-, Glas- und Porzellanindustrie erschließen. Der erste Streckenabschnitt von Rottenbach über Köditzberg nach Königsee wurde am 16. Dezember 1899 eröffnet. Das nächste Teilstück zwischen Köditzberg und Sitzendorf ging am 27. Juni 1900 in Betrieb. Der letzte Bauabschnitt nach Katzhütte ist am 18. August 1900 fertiggestellt worden. Am 18. August 1900 eröffnete die 24,95 Kilometer lange Gesamtstrecke. Mit Eröffnung der „Schwarzatalbahn“ erhielt der Ort sein kleines Stationsgebäude als besetzten Haltepunkt.

Das Empfangsgebäude Bechstedt-Trippstein

Das zweistöckige, asymmetrische und mehrgliedrige Stationsgebäude in Seitenlage war im Heimatstil gebaut worden. Es besaß sowohl Putz- als auch Fachwerkfassaden mit verputzdem Gefache. Auf dem bossierten Sockel (überstehendes Material aus Naturstein) wurde das Gebäude errichtet. Der in Richtung Katzhütte liegende traufenständige Gebäudeteil mit Giebelrisalit und Fachwerk im Obergeschoss verfügte über ein Krüppelwalmdach, dessen Giebel ebenfalls aus Fachwerk bestand. Der mittlere Putzbau besaß an den Gebäudekanten eine dekorativ getreppte Werksteingliederung. Die Rechteckfenster hatten teilweise Firste und Simse aus Werkstein. In Richtung Schwarzburg gab es ein Aborthäuschen mit Trennwand für die Fahrgäste. In Obergeschoss befand sich die Wohnung des Stationsvorstehers und seiner Familie. Der einstöckige Vorbau mit Walmdach aus Fachwerkelementen, in dem der Bahnbeamte seinen Arbeitsplatz als Fahrdienstleiter hatte, unterstreicht den ländlichen Charakter des Stationsgebäudes mit Bahnhofsuhr. Im Erdgeschoss gab es einen Warteraum mit Fahrkarten- und Gepäckschalter. Sicherlich konnte auch Stückgut und Expressgut gehandhabt werden. Im Haltepunkt gab es einen Telegrafenapparat. Eine weiter Aufgabe des Bahnbeamten war es auch den Straßenübergang abzusichern. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1966 wurde der Güterverkehr auf der „Schwarzatalbahn“ eingestellt. Zu DDR-Zeiten verkehrte ein „Bäder-Schnellzug“ regelmäßig zwischen Dresden und Rudolfstadt und von dort bis Katzhütte mit einem Personenzug. Dieser Zug sollte Urlaubern eine schnelle Verbindung ins Schwarzatal ermöglichen. Am 28. Mai 2000 wurde die sanierungsbedürftige Strecke zwischen Obstfelderschmiede und Katzhütte eingestellt. Die Wiedereröffnung feierte man am 15. Dezember 2002. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Stationsgebäude ist weitgehend unverändert und in einem guten Zustand. Das Aborthäuschen befindet sich heute hinter dem Wartehäuschen. Das Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz.
Bilder Bechstedt-Trippstein
Luftaufnahme
Planung und Konzession 394,93 Schwarzatalbahn Rottenbach Katzhütte

Bahnstation Bechstedt-Trippstein

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