EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Karthaus von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bau und Streckeneröffnung

Am 15. Mai 1878 wurde die 54,1 Kilometer lange Strecke von Ehrang nach Perl in Betrieb genommen. Damit war die Station Karthaus mit dem Bahnhof Trier Süd verbunden. Am selben Tag war auf der rechten Moselseite der Anschluss nach Karthaus fertiggestellt worden, sodass auch der Trennungsbahnhof Karthaus eröffnet werden konnte. Er stand auf dem Gebiet des ehemaligen Klosters Karthaus, das dem Bahnbau weichen musste. Der Bahnhof gehört jedoch zur Gemeinde Konz.

Das Empfangsgebäude Karthaus

Das erste Stationsgebäude war ein Fachwerkbau, der quer zu den Gleisen errichtet wurde (sieh Bild rechts oben). Er bestand aus einem traufenständigen, einstöckigen Verbindungsbau mit Satteldach, der durch zwei zweistöckige, giebelständige Flügelbauten ergänzt wurde. Sie besaßen ebenfalls Satteldächer. Der Zugang erfolgte über eine Brücke. Rechts und links der Flügelbauten waren einfache Bahnsteige gebaut worden.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

1877/1878 ergänzte ein Bahnbetriebswerk die Bahnhofsanlage. Zum Bahnhof Karthaus gehörten ein Rangier- und Abstellbahnhof. Durch die komplexe Gleisführung wurde schnell klar, dass ein Umbau der Gleisanlagen notwendig war. Die Eröffnung des neuen Rangierbahnhofs erfolgte 1900. Ein neues Empfangsgebäude wurde 1903/1904 eröffnet und ersetzte das Alte. Das zweite Empfangsgebäude So komplex wie die Gleisführung im Bahnhof wurde auch das asymmetrische Stationsgebäude im Heimatstil gebaut. Das Hauptgebäude bestand aus vier Gebäudeteilen. Ein dreistöckiges, giebelständiges Gebäude mit Anbau war über einen einstöckigen, traufenständigen Verbindungsbau mit einem weiteren giebelständigen, aber zweistöckigen Gebäudeteil verbunden. Ein separates, ebenfalls giebelständiges Gebäude war in Richtung Trier entstanden. In einigem Abstand davon gab es dort ein Toilettenhaus. Das Stationsgebäude war ein Putzbau, der im Erdgeschoss eine Verblendung aus Tuffstein besaß. Die Fenster und Türen hatten Rahmen aus rotem Sandstein. In Richtung Konz war ein lang gezogener Güterschuppen aus Fachwerk sowie ein weiterer und höherer Fachwerkbau errichtet worden. Über den Verbindungsbau konnten die Reisenden die Wartesäle und die Schalter erreichen. Von dort führte ein Personentunnel zu den drei Mittelbahnsteigen. Nur die Treppenaufgänge hatten eine Überdachung. Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten 1927 wurde das Bahnbetriebswerk nach Perl verlagert und in Karthaus geschlossen. Das Ausbesserungswerk schloss 1954. Nach Stilllegung des Güterbahnhofs 1962 diente er bis 1976 als Abwrackstelle für ausgemusterte Lokomotiven. Eisenbahnfreunde reisten aus aller Welt an, um die letzten Dampflokomotiven zu fotografieren. Der Bahnhof Konz wurde 1996 mit dem Bahnhof Karthaus zusammengeschlossen. Die Deutsche Bahn AG (DBAG) verkaufte das Stationsgebäude an eine Privatperson. Das Gebäude wird nicht genutzt und steht leer.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Der Gebäudekomplex ist in einem schlechten Zustand. Die Nebengebäude und die Schalterhalle stehen unter Denkmalschutz.
Bilder Karthaus
Bahnhof von 1904
Luftaufnahme
Bahnhof um 1897
Bahnhof von 1904 Bahnhof um 1897 Saarstrecke Saarbrücken Hbf Trier Hbf Bahnstation Karthaus Bahnstation Karthaus Planung und Konzession