EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Konstanz von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Mit Eröffnung der 88,73 Kilometer langen Teilstrecke von Waldshut nach Konstanz der Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen (BadStB) wurde der Bahnhof am 15. Juni 1863 und damit die 270,7 Kilometer lange Gesamtstrecke zwischen Mannheim und Konstanz eröffnet. Das Bahngelände wurde aufgrund der Nähe zum Bodensee um 1,43 Meter höher gelegt. Die architektonische Verwandtschaft mit den Bahnhöfen Karlsruhe (1844) und Freiburg (1845) sind unverkennbar. Schließlich stammte der Entwurf von Friedrich Eisenlohr, der seit 1839 alle Hochbauten der BadStB entwarf. Er hatte den Plan des Stationsgebäudes noch vor seinem Tod 1854 ausgearbeitet.

Das Empfangsgebäude Konstanz

Das mehrgliedrige Stationsgebäude von 1863 in Seitenlage war im Stil der Neugothik nach italienischem Vorbild des Palazzo Vecchio in Florenz aus Sandstein errichtet worden. Es war ein Typenbau, mit erhöhtem Risalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) mit Eingangsportal und hohem Glockenturm mit Uhr, der von zwei einstöckigen Verbindungsbauten mit Arkaden und Satteldach von jeweils einem zweistöckigen Eckgebäude, mit Walmdach und einem Türmchen, flankiert wurde. Auch sie verfügten über einen Giebelrisalit an Orts- und Gleisseite. Das Eingangsportal besaß an der Ortsseite einen großen Eingang mit Spitzbogen und einen Giebelrisalit an der Gleisseite. Im Erdgeschoss gab es ein offenes Vestibül (repräsentative Eingangshalle) mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie Wartesäle für alle Wagenklassen, ein Bahnhofsrestaurant sowie Diensträume. Im Obergeschoss lagen die Wohnungen für die Bahnbediensteten. Nördlich des Stationsgebäudes gab es einen separaten „Fürstenpavillon“, der heute von einem Friseur genutzt wird. Der Bahnhof wurde parallel zum Hafen am Bodensee angelegt und besaß zwei Übergabegleise zum Dampfschiff Trajektkai (Eisenbahnfähre). Für den Stückgutverkehr waren große Lagerhallen entstanden, die sich an der Kaianlage befanden. Die Gleisanlage bestand aus zwei durchgehenden Gleisen, vier Umfahrgleisen mit einem Inselbahnsteig sowie mehrere Abstellgleise. Der Inselbahnsteig war durch einen Personentunnel zugänglich. Im Schweizer Bahnhofsteil befanden sich weitere Abstellgleise des Konstanzer Bahnhofs. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 1. Juni 1871 eröffnete die Schweizer Nordostbahn ihre Strecke zwischen Romanshorst und Konstanz. Damit wurde Konstanz zum Grenzbahnhof zwischen Daben und der Schweiz. 1872 entstand vor dem Bahnhof ein Stadtgarten. Der Anschluss der Schweizer Nationalbahn (SNB) von Etzwilen nach Konstanz erfolgte am 17. Juli 1875. Die Zugangsstraßen zum Bahnhof wurden erst 1880 angelegt. 1900 wurde der Hausbahnsteig und der Inselbahnsteig überdacht. 1912 ging die Strecke von Weinfelden nach Konstanz der Mittel-Thurgaubahn in Betrieb. 1924/25 errichtete die SBB neben dem Stationsgebäude ein eigenes, einstöckiges Empfangsgebäude („Fahrgeldmeisterei“) mit Flachdach. Seine heutige Bezeichnung ist “Schweizer Bahnhof Konstanz". Am 20. September 1977 wurde der Bahnhof mit einer elektrischen Oberleitung versehen. 1982 renovierte die Deutsche Bundesbahn (DB) die Räume des Stationsgebäudes. Bis 1983 wurde der aus Sandstein gebaute Uhrenturm gründlich saniert. Die Güterabfertigung schloss 1988. Bis 1994 mussten die in die Schweiz einreisenden Personen immer umsteigen. Ab 1995 wurden die Güterschuppen von Gastronomiebetrieben und einem Jugendtheater genutzt. Nach 2002 erfolgte eine neue Sanierungsmaßnahme. Dabei wurde ein Ladegleis stillgelegt. 2005 erhielt der Bahnhof ein modernes Stellwerksgebäude, dass die alten Stellwerke ersetzte. Bis 2008 mussten Reisende noch durch die Zollkontrolle gehen. 2020 sanierte die Deutsche Bahn AG (DBAG) die Bahnsteige. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das badische Empfangsgebäude ist das einzige von Friedrich Eisenlohr geplante Bahnhofsgebäude, das fast unverändert erhalten geblieben ist. Die Innenräume des Stationsgebäudes wurden immer an die jeweiligen Verkehrsverhältnisse angepasst.
Die Eisenbahn “kam” am 15. Juli 1863 nach Konstanz. Also 28 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Konstanz hatte zu diesem Zeitpunkt 8.516 Einwohner (Ende 2020 waren es 84.446 Einwohner).
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Bahnhof um 1911
Luftaufnahme
Bilder Konstanz
Bahnhof um 1911

Bahnstation Konstanz

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